Nachhaltigkeitsinitiative mobilisiert
Die SVP Dänikon-Hüttikon lud am 12. Mai 2026 zu einem politischen Abend mit Nationalrat Thomas Matter ins Anna-Stüssi-Haus nach Dänikon ein. Über 40 Interessierte folgten der Einladung. Unter dem Motto «Bewahren, was wir lieben», stand die Volksabstimmung zur Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» vom 14. Juni 2026 im Zentrum.

SVP-Ortsparteipräsident und Gemeinderat Fabian Schenkel begrüsste einen gut gefüllten Saal. Auffällig war dabei, dass sich auch zahlreiche politisch Interessierte ausserhalb der SVP angesprochen fühlten. Die Sorge über das starke Bevölkerungswachstum und dessen Folgen bewegt viele Menschen zunehmend.
Bevölkerungswachstum als Kernproblem
Nationalrat Matter machte deutlich, dass das Bevölkerungswachstum aus seiner Sicht zentrale Herausforderungen der Schweiz verschärft – darunter Wohnungsnot, steigende Mieten sowie die Belastung von Infrastruktur und Gesundheitswesen. Die Bevölkerung der Schweiz sei in den letzten 24 Jahren um 25,4 Prozent gewachsen – dies ist 16 Mal schneller als in Deutschland. Auch der Kanton Zürich stehe laut Prognosen des Regierungsrats vor einem massiven Wachstum. Bis 2050 werde mit rund 450’000 zusätzlichen Einwohnerinnen und Einwohnern gerechnet – dies entspreche ungefähr der heutigen Grösse der Stadt Zürich.
Kritisch äusserte sich Matter zudem zum oft verwendeten Begriff «Fachkräftemangel». Als Beispiel nannte er das Gastgewerbe: Während 13’650 Personen in diesem Bereich in die Schweiz eingewandert seien, seien gleichzeitig 11’300 Personen aus derselben Branche arbeitslos gemeldet gewesen. «Nur ein kleiner Teil der Zuwanderung betrifft tatsächlich gesuchte Fachkräfte», erklärte Matter. Gemäss seinen Ausführungen arbeite lediglich einer von zehn Eingewanderten als dringend benötigte Fachkraft. Gleichzeitig würden jedoch alle zusätzlichen Einwohnerinnen und Einwohner Infrastruktur und Ressourcen wie Strassen, Wohnungen oder Spitäler beanspruchen. Das Wachstum sei deshalb insgesamt zu gross. Aus dem Publikum wurde die Frage gestellt, was beim Erreichen einer Bevölkerungszahl von zehn Millionen Menschen geschehe. Matter erklärte dazu, dass bereits bei 9,5 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern ein Schwellenwert überschritten werde und der Bund Massnahmen ergreifen müsse – etwa im Bereich Asyl oder Familiennachzug. Spätestens bei zehn Millionen Einwohnern seien Bundesrat und Parlament verpflichtet zu handeln. Matter entgegnete auch dem Argument, eine solche Bevölkerungszahl könne nicht in der Verfassung festgeschrieben werden. Bereits heute seien mit der Schuldenbremse, den CO₂-Zielen oder dem maximalen Mehrwertsteuersatz konkrete Vorgaben in der Bundesverfassung verankert.
«Pro Sekunde verschwindet ein Quadratmeter Grünfläche»
Ein weiterer Schwerpunkt des Abends war die zunehmende Überbauung der Schweiz. Durch das starke Bevölkerungswachstum gehe laufend wertvolle Grünfläche verloren. Matter sprach davon, dass pro Sekunde rund ein Quadratmeter Grünfläche verschwinde. In zehn Jahren entspreche dies einer Fläche von der Grösse des Kantons Schwyz.
Auch auf die politische Entwicklung rund um die Initiative ging der Referent ein. Obwohl sämtliche Parteien ausser der SVP und EDU die Vorlage ablehnen, zeichnen die Umfragewerte laut Matter ein differenzierteres Bild. Die Initiative finde zunehmend Unterstützung über das eigene politische Lager hinaus – auch bei Wählerinnen und Wählern anderer Parteien. Wie unter anderem in der «Weltwoche» zu lesen war, zeigt ein genauer Blick auf die Umfragen, dass sich bereits jeder vierte Grüne Wähler offen gegenüber der Initiative zeigt. Auch an der FDP-Basis spreche sich mittlerweile eine Mehrheit von 54 Prozent für die Vorlage aus. Bei der Mitte-Partei liege die Zustimmung an der Basis gemäss den erwähnten Zahlen bei 47 Prozent. Matter
Zum Schluss appellierte Matter an die Anwesenden: «Hängt eine Fahne mit ‹Bewahren, was wir lieben› an euren Balkon und stimmt am 14. Juni 2026 JA zur Initiative.»
SVP Dielsdorf